Im Juni 2025 machten sich neun unserer Clubmitglieder auf zu einer von Alatoo Moto perfekt organisierten, zweiwöchigen Reise durch Kirgisistan.
Schon bei der Anmeldung war einigen von uns klar: Wir wollten mehr: Die Chance, den legendären Pamir Highway zu fahren, ließ uns nicht los.
Am Ende formierte sich eine siebenköpfige Gruppe von Abenteurern – darunter auch Hans Porger, der es tatsächlich schaffte, mitten auf seiner großen Reise rechtzeitig in Osch aufzutauchen. Und er kam nicht allein: Sein türkischer Begleiter Murat, seit Pakistan mit ihm unterwegs, schloss sich uns ebenfalls an.
Über AlatooMoto liehen wir uns in Osch robuste 650er Yamahas – einige davon ehrwürdige Baujahre aus den 1990ern. Dazu Packtaschen, Ersatzteile und alle nötigen Papiere, um uns jenseits der kirgisischen Grenze zu bewegen.
Den ersten Teil der Strecke kannten einige bereits, ebenso das Homestay, das wir für die Nacht organisiert hatten.
Der Grenzübertritt nach Tadschikistan führte uns über den Kyzyl-Art-Pass auf 4.282 Meter Höhe. Und dort, fast schlagartig, änderte sich die Landschaft.
Aus Kirgisistans sanften, grünen Weiden voller Pferde, Schafe und Kühe wurde eine karge, mondähnliche Welt ohne Farbe, ohne Menschen, ohne Tiere. Kein Wunder – wir bewegten uns nun konstant über 3.500 Meter, umgeben von eisigen Riesen.
Die nächsten Tage waren eine Reise ins Unbekannte: Kein Handyempfang, Internet nur gelegentlich in den Unterkünften. Der Vorteil in der Region? Es gibt dort nur drei Straßen, wenige Dörfer, kaum Tankstellen und nur sehr begrenzt Übernachtungsmöglichkeiten – man kann sich also nicht wirklich verfahren.
Auf der Etappe nach Karakul verletzte sich Ossi so schwer, dass er nicht weiterfahren konnte.
Sein Rückweg nach Osch – standesgemäß in einem kleinen Militärlaster aus den 1950ern – war schon sein nächstes eigenes Abenteuer.
Für uns hatte sein Ausfall jedoch Konsequenzen: Ohne unseren „Fast-Kirgisen“ änderten wir die Route und verzichteten auf das berüchtigte Bartang Valley.
Unsere Fahrt führte uns stattdessen über den Pamir Highway nach Alichur. Der Weg dorthin: Die Querung des Al-Baital-Passes auf 4.655 Metern.
Dort hatten nicht nur die alten Yamahas zu kämpfen – auch wir Fahrer schnappten ordentlich nach Luft.
Die Nacht verbrachten wir in einem eigentlich ausgebuchten Hotel, dessen Besitzer improvisierte und uns zu fünft in einem Raum unterbrachte.
Weiter ging es durch eine atemberaubende Landschaft nach Chorugh. Steinfarben wechselten hier wie in einem Kaleidoskop.
Ein traumhaftes Homestay mit hervorragender Küche wurde unser Zuhause für zwei Nächte.
Von dort wagten wir einen Abstecher ins Bartang Valley – zumindest so weit, wie es ging. Ein Erdrutsch von 300 Metern Länge stoppte uns schließlich.
Dort trafen wir einen Russen, der seit vier Tagen mit seiner KTM zwischen zwei Erdrutschen festsaß.
Spätestens da wussten wir: Unsere Routenänderung war goldrichtig – mehrere Tage ohne Zelt, wir wären aufgeschmissen gewesen.
Unser Rückweg führte entlang der afghanischen Grenze durch den Wakhan-Korridor, immer am Grenzfluss entlang.
Während auf dem Pamir Highway noch LKW aus China und gelegentliche Touristen unterwegs waren, waren wir hier fast völlig allein.
Fast – denn die einzige Unterkunft unterwegs war voll. Also schliefen wir zu viert auf dem Küchenboden.
Der nächste Morgen begann früh – Abfahrt um 6:00 Uhr. Wir wussten: Ein Fluss, der über den Tag mehr und mehr ansteigen sollte, wäre ab der Mittagszeit unpassierbar.
Das frühe Aufstehen zahlte sich aus: Wir kamen ohne Schwierigkeiten durch. Gut geplant.
Über den Al-Baital-Pass ging es zurück nach Kirgisistan, in die uns bereits vertraute Unterkunft.
Von dort rollten wir auf dem überraschend perfekt asphaltierten Pamir Highway zurück nach Osch.
Abseits von Landschaft und Herausforderung war es vor allem die Herzlichkeit der Menschen, die uns tief beeindruckte.
Der Unterschied zwischen dem entwickelten Kirgisistan – geprägt auch durch chinesische Investitionen – und dem einfachen Leben im tadschikischen Pamir war gewaltig.
Die Tage im Pamir waren für uns alle ein Erlebnis, das uns noch lange begleiten wird.
Eine Reise voller Herausforderung, Überraschungen und unvergesslicher Momente – genau so, wie wir es lieben. Danke an alle Mitwirkenden. Viele Grüße Flo